Leserbrief zu „Unfug geht viral“ von Florian Aigner

Florian Aigner, ein Physiker, darf sich wieder mal zu einem medizinischen Thema äußern. Die Frage sei gestattet, ob auch wir ÄrztInnen in der Physik eine Expertise abgeben könnten/dürften.

Aigner zitiert in diesem Artikel auch Natalie Grams, die schon seit Jahren nicht mehr ärztlich tätig ist, sondern sich nur mehr journalistisch als Kämpferin gegen Homöopathie betätigt und behauptet, sie wisse nach eigenen Recherchen, dass Homöopathie nur Placebo sei, legt aber dazu keine Daten oder handfeste Argumente vor.

Die Studienlage und auch die Versorgungsforschung ergibt eindeutig, dass Homöopathie eine wirksame Intervention ist, die noch mehr beforscht werden sollte. Gemäß den Metaanalysen von Mathie et al. (2014, 2017, 2018 und 2019) wird Homöopathie aus Cochrane-Perspektive in die Gruppe der Interventionen eingereiht, die wirksam sind, aber besser beforscht werden müssen. Diese Gruppe macht 44 % der Heilverfahren aus. Bezüglich konventioneller Therapien ist nach Cochrane-Standards bei 96% noch mehr hochwertige Forschung erforderlich (EL DIB, R.et al., 2007), da bei 49% keine Rückschlüsse auf Nützlichkeit oder Schädlichkeit der untersuchten Intervention zulässig sind.

An Beispielen wie der Review von Shang et al. (2005) oder des Australischen NHMRC Reports (der 2019 eindeutig widerlegt werden konnte) zeigt sich, dass, um Homöopathie als unwirksam darstellen zu können, mehr als 95% aller sie betreffenden Studien (die eine Wirksamkeit am Menschen, bei Tieren und auch Pflanzen zeigen!) ausgeschlossen werden müssten (Hahn, 2016). Die Gegner der Homöopathie und die Medien konzentrieren sich also nur auf ca 5 % aller Studien!

Wir haben in der Homöopathie auch langjährige Erfahrung in der Behandlung von Infektionskrankheiten und unterstützen das Immunsystem mit unseren Arzneien. Durch eine passende Arznei verkürzt sich erfahrungsgemäß die Krankheitsdauer und nimmt einen deutlich milderen Verlauf. Eine homöopathische Behandlung kann zusätzlich zu einer konventionellen medikamentösen Behandlung erfolgen. In den letzten Monaten haben Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Ländern bereits viele Covid19-Patienten homöopathisch erfolgreich MITbehandelt.

Keinesfalls fordern homöopathische ÄrztInnen dazu auf, übliche und von der Regierung vorgeschriebene Maßnahmen zu unterlassen, wie Grams fälschlicherweise behauptet.

Für weitere Informationen möchten wir auf unsere Homepage: www.homoeopathie.at verweisen.

Dr. Rosemarie Brunnthaler-Tscherteu
für den Vorstand der ÖGHM