MERYNS sprechzimmer

Am Mittwoch, 9.6.2021, fand in der ORF III-Sendung “MERYNS sprechzimmer” eine Diskussion zwischen Dr. Elisabeth Lazcano, Vorstandsmitglied der ÖGHM, und Christian Kreil statt.

Thema der Diskussion war “Alternativmedizin: Wirklich alles nur Placebo?”

Die ganze Sendung zum Nachsehen finden Sie hier:

Die Position der ÖGHM zu den Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie

Wir sind homöopathisch tätige Ärztinnen und Ärzte und tragen die medizinisch notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie gemäß den offiziellen Empfehlungen vollumfänglich mit.

Wir fordern, dass die Bevölkerung über die Hintergründe und Zusammenhänge dieser Maßnahmen differenziert aufgeklärt wird. Und wir fordern Maßnahmen, die auf nachvollziehbaren und längerfristigen Strategien basieren und sich nicht nur an tagesaktuellen Zahlen orientieren, sondern an plausiblen Zielen.

Eine konsequente wissenschaftliche Begleitung aller Maßnahmen und ihrer Ergebnisse muss die Grundlage für diese Strategien bilden und auch die medizinischen, psychologischen und sozialen Auswirkungen der Pandemie erfassen.

Besonders in Bezug auf die Covid-19-Impfung brauchen unsere Patientinnen und Patienten Transparenz und eine klare Kommunikation. Sie brauchen umfassende Beratung und Begleitung bei der Impfentscheidung. Das betrifft die medizinischen Fakten genauso wie den organisatorischen Rahmen.

Die Position der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin zu Impfungen finden Sie hier >>

Wenn unsere PatientInnen und Patienten dies wünschen, begleiten wir sie mit homöopathischer Therapie. Als homöopathisch tätige Ärztinnen und Ärzte ist es für uns dabei selbstverständlich, dass andere notwendige medizinische Maßnahmen dadurch nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie beobachten wir, dass die Bedrohung durch die Infektion und auch die angeordneten Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung bei vielen Menschen Stress verursachen und Ängste auslösen. Beide Faktoren gefährden die körpereigene Abwehr.

Daher ist, neben den erwarteten Effekten der Covid-19-Impfung, ein wichtiges Ziel im Kampf gegen die Pandemie und andere Krankheiten, das Immunsystem allgemein zu stärken und einen gesunden Lebensstil zu fördern. Auf dieses Ziel sollten Politik und Medizin mehr als bisher ihr Augenmerk richten. Homöopathie kann hier im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen helfen.

Ärztinnen und Ärzte sind an ihre Berufsordnung gebunden und für die Folgen ihres Handelns verantwortlich. Dabei gilt auch für Ärztinnen und Ärzte Meinungsfreiheit.

Die Verantwortung für eine gelingende Bekämpfung der Pandemie und den Schutz der Bevölkerung liegt primär bei der Politik und ihren professionellen Beratergruppen. Wir Ärzte tragen gemäß unserem Hippokratischen Eid unseren Beitrag in der Prophylaxe und der Behandlung der Covid-19-Pandemie bei. Einen verharmlosenden Umgang mit der Pandemie lehnen wir dezidiert ab.

Je besser und transparenter die Kommunikation über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sind, umso besser gelingt die Zusammenarbeit zwischen allen Gruppen im Bereich Politik, Beratung und Medizin.


Dr. Peithner Preis – Neue, wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Homöopathie

Im Rahmen einer ganz besonderen digitalen Veranstaltung wurden von der ÖGHM gemeinsam mit Schwabe Austria gleich zwei herausragende Forschungsarbeiten im Bereich der Homöopathie mit dem Dr. Peithner Preis prämiert.
 

Wien/International – Normalerweise vergibt die Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin (ÖGHM) den Dr. Peithner Wissenschaftspreis im Bereich der Homöopathie-Forschung im Rahmen ihrer Jahrestagung. Dieses Jahr ist das aufgrund der Covid-Einschränkungen nicht möglich gewesen. Daher gab es gleich zwei Besonderheiten im Rahmen der Verleihung des renommierten Forschungspreises: „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, sagt dazu ÖGHM-Präsident Dr. Volker Neubauer und spricht damit die hochwertige Onlinetagung an, auf der dieses Jahr der Dr. Peithner Preis vergeben wurde. „Auch wenn ich den persönlichen Kontakt sehr schätze, ist der Vorteil einer solchen digitalen Veranstaltung nicht zu leugnen: Wir erreichen viel mehr Menschen, als es uns bei einer Veranstaltung vor Ort möglich gewesen wäre“, sagt dazu Neubauer, der ebenso Teil der Jury des Dr. Peithner Preises ist.

Und das Interesse an der diesjährigen digitalen Verleihung des Dr. Peithner Preises für Forschung war ein reges: Immerhin wurde der Preis heuer gleich zwei Mal verliehen. „Das ist eine Besonderheit, die darauf zurück zu führen ist, dass aufgrund des erstens Lockdowns im Frühjahr 2020 die Prämierung letztes Jahr ausgefallen ist“, erklärt Dr. Fritz Gamerith, Schwabe Austria Geschäftsführer und Jury-Mitglied des Dr. Peithner Preises die diesjährige Besonderheit. „So konnten wir den Dr. Peithner Preis nicht nur für zwei herausragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben, sondern die Verleihung aufgrund intensiver Vorbereitungen und hochwertigen Digitalstrategien einem besonders großen, internationalen Teilnehmerkreis zugänglich machen.“

Evidenz homöopathischer Behandlungen von Infektionen

Eine der prämierten Arbeiten ist der narrative Review „Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik“, der im vergangenen Oktober in einem konventionellen peer-reviewed Journal veröffentlicht worden ist. Hauptautorin Dr. Petra Weiermayer stellte für die Arbeit gemeinsam mit Veterinärkollegin Dr. Liesbeth Ellinger und den Humanmedizinern Dr. Thomas Peinbauer sowie ao. Univ.-Prof. Dr. Michael Frass differenziert die Faktenlage der Evidenz für die Wirksamkeit der Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen sowie die Evidenz homöopathischer Behandlungen von Infektionen im Speziellen dar. „Die Antibiotikareduktion ist eines der ganz wichtigen Themen in der heutigen Medizin“, sagt dazu Dr. Fritz Gamerith. „Alles, was es möglich macht, dass Patientinnen und Patienten ohne Antibiotika auskommen, hilft uns in der Zukunft. Und nachdem die Homöopathie in Österreich glücklicherweise in medizinischen Händen ist, können sich Patientinnen und Patienten überdies immer sicher sein, Antibiotika zu bekommen, sollten diese trotz homöopathischer Behandlung angezeigt sein.“

Homöopathie im Sinne einer integrativen Medizin verankern

Neben der differenzierten Klarstellung der Faktenlage, die Evidenz für die Wirksamkeit der Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen und im Speziellen bei homöopathischen Behandlungen von Infektionen zeigt, haben wir in dem Review auch noch evidenzbasiert Kritik an den Vorgehensweisen und der Wissenschaftskommunikation beim zweiten Australischen National Health and Medical Research Council-Report geübt“, so die Hauptautorin Dr. Petra Weiermayer, die als Fachtierärztin für Homöopathie tätig, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (ÖGVH) und ebenso Sprecherin der Sektion Forschung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) ist. „Die Arbeit muss vor allem im Kontext des großen Problems der Antibiotikaresistenzen gesehen werden“, sagt dazu der ehemalige European Committee for Homeopathy (ECH)-Präsident und Arzt für Allgemeinmedizin Dr. Thomas Peinbauer, den zu Beginn seiner Karriere der wissenschaftliche Aspekt zur Homöopathie geführt und der den Review mit verfasst hat. „Ich hatte dabei nie einen Konflikt zwischen der konventionellen Medizin und der Homöopathie. Das ist für mich immer ganz selbstverständlich nebeneinander gestanden. Für mich war und ist seit jeher wichtig, dass wir es schaffen, uns im Sinne einer integrativen Medizin zu verankern“, so Dr. Peinbauer.

Es braucht gut gemachte Studien

Für diese Verankerung ist es laut Dr. Volker Neubauer auch von besonderer Wichtigkeit, „dass wir in der häufig aufgeheizten Diskussion rund um die Wirksamkeit der Homöopathie gut gemachte Studien zur Hand haben.“ Gerade der Bereich der Nutztierpraxis könne hier ein wichtiger für die fundamentale Homöopathie-Forschung sein, sagt dazu die niederländische Tierärztin Dr. Liesbeth Ellinger, die ebenfalls an dem Review mitgearbeitet hat: „Denn gerade in diesem Bereich der Veterinärmedizin sind große Studien möglich, die die Wirksamkeit der Homöopathie über den viel zitierten Placebo-Effekt hinaus zeigen können: Nutztiere leben meist unter identen Umständen zusammen, potenzielle Einflussfaktoren sind somit minimiert – hier können wir sehr gut überprüfen, welche Auswirkungen homöopathische Arzneimittel haben. Gerade in Anbetracht der Erfolge der veterinärmedizinischen Homöopathie, wobei der Verabreicher in vielen Fällen nicht direkt mit dem Tier in Verbindung tritt, zum Beispiel bei Verabreichung des homöopathischen Arzneimittels über das Trinkwasser – wie es in der Nutztierpraxis oftmals gängige Praxis ist – ist die Aussage, die Wirksamkeit der Homöopathie beruhe auf der Zuwendung zum Patienten’, nicht haltbar.“

Hauptautorin Dr. Weiermayer betont darüber hinaus, dass sich Wissenschaft und die klassische homöopathische Arbeit sehr gut vereinen ließen. „Das beginnt bereits dabei, hochqualitative Fallberichte zu publizieren. Damit können Möglichkeiten aufgezeigt werden. Aber in einem Fallbericht lässt sich niemals ein Wirksamkeitsnachweis erbringen. Das gelingt nur durch randomisierte, doppelblinde und kontrollierte Studien, die in der Homöopathie herausfordernd, aber machbar sind. Für die Qualitätssicherung weiterer Studien ist deren Durchführung an universitären Einrichtungen eine Voraussetzung, was aber erst durch die bessere Integration der Homöopathie an den Universitäten möglich werden kann. Diese absolut notwendige Konsequenz ist in der Schweiz gemäß Medizinalberufegesetz für Unterricht und Forschung an der Universität gesetzlich verankert. Diese Forderung im Sinne der Patienten nach integrativer Medizin an den Universitäten ist unser großes Anliegen!“, so Dr. Weiermayer.

Dass die Durchführung hochqualitativer Studien im Bereich der Homöopathie möglich ist, beweist der Facharzt für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin ao.Univ.-Prof. Dr. Michael Frass immer wieder aufs Neue. Der Homöopath und Präsident des Österreichischen Dachverbands für Ärztliche Ganzheitsmedizin sowie Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie, der für seine hochwertigen Forschungen rund um die Homöopathie international bekannt ist, ist nicht nur Co-Autor von Dr. Weiermayers Review, sondern wurde dieses Jahr selbst mit dem Dr. Peithner Preis ausgezeichnet. Er hat mit einer prospektiven, randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden, dreiarmigen und multizentrischen Studie belegt, dass die homöopathische Behandlung als Zusatztherapie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die Lebensqualität signifikant im Vergleich zur Placebo-Gruppe verbessert und das Überleben in der Homöopathie-Gruppe im Vergleich zur Placebo- sowie zur Kontrollgruppe ein signifikant längeres ist. „Der in der Wissenschaft geforderte Goldstandard von Studien sagt sich immer so leicht“, sagt dazu Prof. Frass. „In Wahrheit ist das allerdings äußerst aufwändig. Wir sind dabei auch auf alle Verzerrungseventualitäten eingegangen, die häufig im Bereich der Homöopathie genannt werden. Etwa, dass es ausschließlich die vermehrte Zuwendung der Ärzte in der Homöopathie sei, die für Verbesserungen sorge. Darum haben wir natürlich auch mit den Patienten der Kontroll- und der Placebogruppe Gespräche im gleichen Ausmaß geführt“, so Prof. Frass, der sich besonders über die Auszeichnung seiner Arbeit mit dem Dr. Peithner Preis freut: „Es ist eine schöne Würdigung meiner letzten großen Arbeit am AKH Wien.“

„Professor Michael Frass gebührt der Preis schon alleine als Anerkennung seines Lebenswerkes“, sagt dazu ÖGHM-Präsident Dr. Volker Neubauer. „Es ist beeindruckend, in welchem Ausmaß er so viele hochwertige, wissenschaftlichen Studien allen Widrigkeiten zum Trotz im Laufe seiner Karriere durchgeführt hat. Es sind genau diese Studien, die aus der häufig weltanschaulich geführten Diskussion um die Homöopathie einen wissenschaftlichen Diskurs machen. Skeptiker überzeugt man auch nicht mit derart gehaltvollen Studien. Aber wir wollen unsere Arbeit an Patientinnen und Patienten überprüfbar und nachvollziehbar machen. Es ist für uns daher besonders erfreulich, dass in den vergangenen beiden Jahren gleich zwei so hochwertige Arbeiten für den Dr. Peithner Preis eingereicht wurden.“

Weitere Informationen:

Der Dr. Peithner Preis

Der Dr. Peithner Preis ist ein mit 3.000 Euro dotierter Preis, der ursprünglich etabliert wurde, um die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Homöopathie zu fördern. Prämiert werden können eingereichte Arbeiten, die einem internationalen wissenschaftlichen Standard entsprechen und offiziell publiziert wurden. Die Fachjury, die aus den eingereichten Arbeiten die beste auswählt, setzt sich aus der Geschäftsleitung von Schwabe Austria sowie aus Vertretern der ÖGHM zusammen. Verliehen wird der Dr. Peithner Preis regulär auf der Jahresversammlung der ÖGHM. Diesmal fand die Verleihung im Rahmen einer hochwertigen Onlineveranstaltung statt.

Die ÖGHM

Die Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin (ÖGHM) ist ein Verein mit dem Hauptaugenmerk auf die qualitative Aus- und Fortbildung von Medizinerinnen und Medizinern sowie Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Bereich der Homöopathie auf europäischem Standard. Die ÖGHM setzt sich gleichermaßen für die Förderung der Homöopathie und ihre Repräsentation gegenüber der Öffentlichkeit, den Medien und auch den offiziellen Stellen wie dem Gesundheitsministerium oder der Ärztekammer ein.

Bildinformation: Verleihung des Dr. Peithner Preises
Auf dem Bild v.l.n.r.: Preisträger und Jury des Dr. Peithner Preises: Dr. Fritz Gamerith (Schwabe Austria), Prof. Dr. Michael Frass, Dr. Liesbeth Ellinger (Bildschirm), Dr. Thomas Peinbauer (Bildschirm), Dr. Petra Weiermayer, Dr. Volker Neubauer (ÖGHM)
Copyright: ©Florian Feuchtner, Media Productions

Kostenfreier Online-Workshop

Was kann Homöopathie? Wie ist der Stand der Forschung? Welche Schattenseiten gibt es? Homöopathie – eine nachhaltige Therapieform mit Zukunft?

Kostenfreier Online-Workshop: „Homöopathie und ihre kritische Beleuchtung“
Fr, 18., bis So, 20. Juni 2021

Von praktizierenden Ärzt*innen für interessierte Studierende aller Semester.

Ehrenamtlich setzen wir uns für Erhalt und Erforschung der Homöopathie ein und wollen gemeinsam mit Ihnen weiterdenken.

Verbindliche Anmeldung unter folgendem Link: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZYsdOGhqjssGNLsYbmNCevlkGxzOYa6Tul3 .

Übrigens: Von 13.-15. Mai 2021 organisiert der DZVhÄ online den Deutschen Ärztekongress für Homöopathie. Studierende können sich kostenfrei unter https://2021.homoeopathie-kongress.de/ anmelden.

Herzliche Grüße

Ihr Team von WissHom und dem DZVhÄ

 

Hauptstadtbüro Integrative Medizin und Gesundheit
Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte 
Axel-Springer-Str. 54 B, 10117 Berlin
Tel 030 – 325 97 34 20, Fax 030 – 325 97 34 19
info@weiterbildung-homoeopathie.de

Verleihung Dr. Peithner-Preis

Wir möchte Sie herzlich zur virtuellen Preisverleihung des Dr. Peithner-Preises 2019 und 2020 einladen. Diese findet am 27.4.2021 von 19:00-21:00 Uhr statt.

Der Dr. Peithner-Preis wird jedes Jahr von der Schwabe Austria GmbH in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) verliehen, um die Forschung auf dem Gebiet der Homöopathie zu fördern.

Da pandemiebedingt die Verleihung letztes Jahr ausgefallen ist, wird der mit 3.000 EUR dotierte Preis heuer für 2019 und 2020 vergeben.

Im Rahmen der Verleihung haben die Preisträger*innen auch die Möglichkeit, ihre Arbeiten in einem Vortrag zu präsentieren. 

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie bei dieser digitalen Veranstaltung begrüßen dürften!

Zur Anmeldung klicken Sie bitte auf nachstehenden Link: https://attendee.gotowebinar.com/register/4736832845281792012 

Wiener Zeitung: Studie zeigt Erfolg bei Lungenkrebs

In der Ausgabe vom 27.3.2021 veröffentlicht die Wiener Zeitung den Artikel “Studie zeigt Erfolg bei Lungenkrebs”, in dem die Studie von Univ.-Prof. Michael Frass erläutert wird.

“Krebsbehandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapien sind für den Körper extrem belastend und gehen häufig mit Nebenwirkungen einher, die sich vor allem im Magen-Darmtrakt bemerkbar machen. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall aber auch chronische Müdigkeit sind keine Seltenheit. Immer mehr Patienten wenden sich deshalb auf der Suche nach begleitenden, lindernden Maßnahmen der Komplementärmedizin zu. Eine Arbeitsgruppe um den Wiener Internisten und Homöopathen Michael Frass hat im Rahmen einer Studie im Wiener AKH eine Verbesserung der Lebensqualität und ein längeres Überleben bei Lungenkrebspatienten beobachtet.”

Österreichische Tierärztekammer stellt sich hinter Komplementärmedizin

Nach dem Auftritt von Dr. Petra Weiermayer in “Guten Morgen Österreich”  zum Thema “Integrative Medizin” (zum Videoclip >>gab es heftige Reaktionen auf der Facebook-Seite der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). Nun hat der Präsident der ÖTK ein klares Statement abgeben >>

Pluralismus in der Veterinärmedizin, miteinander statt gegeneinander.

Seit Jahren bemühen wir uns die Kooperation zwischen konventioneller Tiermedizin und komplementären veterinärmedizinischen Richtungen zu fördern.

Die Grabenkämpfe zwischen der sogenannten Schulmedizin und der sogenannten Komplementärmedizin sollten endlich zugunsten einer integrativen Tiermedizin überwunden werden.

Die Rolle und Aufgabe der ÖTK und auch meine Aufgabe ist nicht zu polarisieren, sondern das Miteinander zu fördern, das Gemeinsame aus mehreren Welten zu unterstützen und auch zu vertreten. Die ÖTK als gesetzlich eingerichteter Vertretungskörper und Interessensvertretung ihrer Mitglieder, ist geradezu verpflichtet sich mit der Vielfalt an unterschiedlichen Interessensgebieten zu befassen und hier auch auf die Umsetzung gesetzlicher und erlassener Vorgaben zu achten.

Die entsprechenden anerkannten FTA Gebiete (Homöopathie, Akupunktur und Neuraltherapie, Chiropraktik u.a.) und eingerichteten ÖTK-Diplome geben Zeugnis darüber, wie diese Bereiche berufsrechtlich verankert sind.

2018 wurde eine Stellungnahme zur Integrativmedizin verfasst. Die vom Begriff Integrativmedizin/Komplementärmedizin umfassten Methoden sind in der Stellungnahme genannt und sollen auch mithelfen, die Trennlinie zu esoterischen oder okkulten Methoden, die nicht mit den Ansätzen einer integrativen Medizin verwechselt werden dürfen, zu ziehen.

Gerade auf dem Gebiet der Komplementärmedizin hat die Veterinärmedizin Pionierarbeit geleistet, darauf sollten wir stolz sein und sollten auch darauf aufbauen.

Fakt ist: „Ganzheitliches“ ist gefragt und am Anfang steht die medizinisch fundierte Diagnose.

Gerade auch in der Tiermedizin ähnlich der Humanmedizin ist auch das Verlangen nach einer sanften, verständnisbereiten, menschlich teilnehmenden Medizin unausweichlich geworden.

Auch wir Tierärztinnen und Tierärzte müssen unsere Patienten „ganzheitlich“ betrachten, schließlich können sie sich auch nicht äußern oder ihre Beschwerden schildern bzw. werden von deren Haltern ganz unterschiedliche Angaben gemacht, sicher eine große Herausforderung und Verantwortung. Es gilt sämtliche Informationen oder Erkenntnisse zu bewerten, um diese unseren Patienten wieder zu Gute kommen zu lassen. All unser Handeln, unsere Entscheidung und unsere Sicherheiten basieren unbestritten auf unserer fundierten Ausbildung, unserer Erfahrung und auch auf dem Wissen um ergänzende Heilmethoden hinzuziehen zu können.

Auch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz favorisiert den Begriff Komplementärmedizin, um zu signalisieren, dass die Methoden nicht als Alternativen zur Schulmedizin angesehen werden sollen.

Komplementärmedizinische Methoden sollen ergänzend – im Sinne einer integrativen Medizin – und nicht anstatt der „schulmedizinischen“ Maßnahmen erfolgen. Sie haben also zum Ziel, den Behandlungserfolg einer klassischen Therapie zu unterstützen.

Dennoch ist es wichtig, klare Trennlinien zu ziehen, interessierte Personengruppen, sogenannte „Therapeuten“, oft ohne Kenntnis und Ausbildung, bemühen sich intensiv um diese Bereiche, was letztlich auch dazu führt, dass unsere Kunden mehr und mehr abwandern. Tierärzte besitzen ja kein Wissen und zu wenig bis gar keine Ausbildung auf diesen Gebieten, wird als Rechtfertigung oft angegeben, wenn es zu Beanstandungen kommt.

Stichwort: Berufs- und Tätigkeitsvorbehalt. Wir weisen permanent darauf hin und setzen uns auch dafür ein, dass nach § 12 Tierärztegesetz in Österreich Diagnose und Therapie am kranken Tier ausschließlich Tierärztinnen und Tierärzten vorbehalten sind, auch im Sinne der Patientensicherheit und des Konsumentenschutzes. Tierheilpraktiker gehören in Österreich nicht zu den anerkannten und zugelassen Berufen, vermutlich hat man in Deutschland hier einiges versäumt.

Anerkannte integrative Methoden, gehören in die Hände von Tierärztinnen und Tierärzte.

Ich trete deshalb auch persönlich für eine bessere Verknüpfung von schul- und komplementärmedizinischen Ansätzen ein. Auch Tiermedizin ist keine reine Naturwissenschaft, sondern „auch eine Erfahrungswissenschaft, die sich vieler anderer Wissenschaften bedienen kann“. Beim weitaus größten Teil der tierärztlichen Leistungen komme es vor allem auf die Expertise des behandelnden Tierarztes, auf seine Persönlichkeit, Erfahrung, aber auch auf die Nutzung integrativer Methoden, zum Wohle des Patienten an.

Kurt Frühwirth

Klarstellung zu „Veterinärmedizin – neue ‘Domäne’ der Homöopathie“

Stellungnahme der AutorInnen des Reviews „Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die ­Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick“ [2,3]

Unhaltbare Behauptungen werden durch Wiederholung nicht richtiger

Das INH wurde wieder einmal aktiv und hat einen Beitrag mit wissenschaftlich unhaltbaren Behauptungen zu dem von uns publizierten Review veröffentlicht. Dass es diesem Netzwerk nicht um wissenschaftlich fundierte Aufklärung geht, sondern um rein propagandistische Aktivitäten, ist bereits seit der Gründung des INH offensichtlich. Obwohl die Behauptungen für Leser, die sich nicht selbst im Detail mit den entsprechenden Studien befasst haben, wissenschaftlich wirken, sieht eine tatsächlich wissenschaftliche Argumentation doch anders aus. Häufig werden die Behauptungen nicht mit wissenschaftlichen Referenzen belegt. Wenn Studien angeführt werden, dann werden sie einseitig ausgewählt und interpretiert. So auch in diesem Beitrag: Am Ende des Texts werden z.B. wahllos einzelne wenige – nämlich drei – Studien mit negativem Outcome für die Homöopathie gelistet. Zwei der zitierten Studien (RCTs) weisen methodische Schwächen auf, die in unserem Review bereits diskutiert wurden. Die dritte RCT kann der in unserem Review thematisierten Antibiotikaresistenzproblematik nicht zugeordnet werden.[1,2]

Ein anderes Beispiel: Dem INH scheint nicht bekannt zu sein, dass im 2. Australischen NHMRC (National Health Medical Research Council) Report die Teilnehmerzahl der in die Analyse eingeschlossenen Studien tatsächlich auf mindestens 150 festgesetzt wurde, eine wissenschaftlich nicht nachvollziehbare Vorgehensweise, die weder den Vorgaben des NHMRC noch jenen von Cochrane entspricht. Dies führte u.a. zur Reduktion von 176 auf fünf Studien, also um 97%, was das Ergebnis verfälschte.[2,4,5,6]. Überraschend ist auch, dass dem INH der Unterschied zwischen einer Übersichtsarbeit des NHMRC, welches der Australischen Regierung zugehörig ist, und einer Publikation in einem wissenschaftlichen peer reviewed Journal offensichtlich nicht bewusst zu sein scheint, da sie beides gleichsetzen. Wir sprechen aber von Wissenschaft, die einen peer review Prozess eines unabhängigen Journals durchlaufen hat, und nicht von einem Review im Auftrag einer Regierung.

Veterinärmedizinische Homöopathie – langjährig bewährt und gesetzlich gefordert

Da die Homöopathie in der Veterinärmedizin fast eben solange zum Einsatz kommt wie in der Humanmedizin, entspricht schon die Überschrift des INH-Artikels nicht der Wahrheit. Die erste Publikation zum Thema Veterinärhomöopathie wurde von Donauer im Jahr 1815 veröffentlicht.[7,8] Hahnemann selbst schreibt 1829, dass „… Thiere … ebenso sicher und gewiß, als die Menschen zu heilen“ wären.[8,9]

Neben der langjährigen klinischen Erfahrung der TierärztInnen mit Zusatzausbildung in Homöopathie formuliert die Schweizer Verordnung über die biologische Landwirtschaft und Kennzeichnung biologisch produzierter Erzeugnisse und Lebensmittel vom 22.9.1997 klar: „Für die Verwendung von Tierarzneimitteln in der biologischen Tierhaltung gelten folgende Grundsätze: Phytotherapeutische Erzeugnisse (z.B. Pflanzenextrakte, ausgenommen Antibiotika, oder Pflanzenessenzen), homöopathische Erzeugnisse (z.B. pflanzliche, tierische und mineralische Stoffe) sowie Spurenelemente und die zu diesem Zweck vom Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) festgelegten Erzeugnisse sind chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln oder Antibiotika vorzuziehen, sofern sie erfahrungsgemäß eine therapeutische Wirkung auf die betreffende Tierart und die zu behandelnde Krankheit haben. Die EU-Bioverordnung 2018/848 (Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion und Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates) trifft auch nach Überarbeitung der EU-Bioverordnung, welche seit 1.1.2009 in Kraft ist, weiterhin sinngemäß dieselbe Aussage wie die Schweizer Bioverordnung.“[10,11,12,2,3]

Fazit

Die Beispiele, die die AutorInnen gewählt haben, um ihre wissenschaftlich nicht bewiesenen Thesen zu stützen, wirken wahllos und sind nicht zutreffend, wie u.a. in unserem Review bereits dargelegt.[2] Man gewinnt den Eindruck, die Autoren wenden das im Artikel von ihnen kritisierte «Cherry-Picking» selbst an.

Wir bewundern die Konstanz und den immer wieder erstaunlichen Einfallsreichtum, womit das INH die Ergebnisse der aktuellen wissenschaftlichen Homöopathie-Forschung leugnet. Wissenschaftliche Standards sind auch in diesem Artikel des INH leider nicht zu erkennen.

Im Sinne unserer PatientInnen gilt es den Fokus auf die integrative Medizin zu legen: Nebst dem aktuellen Stand der Forschung, gilt es die Werte und Wünsche der PatientInnen sowie die klinische Erfahrung der Tier-/ÄrztInnen zu berücksichtigen – erst so wird Medizin zur Evidenz-basierten Medizin (EbM).[13]

 

Referenzen

Auszeichnung für unwissenschaftlichen Unsinn 2020

(pts) – Die österreichischen Ärztegesellschaften für Homöopathie haben die “Auszeichnungen für unwissenschaftlichen Unsinn” für 2020 vergeben. Sie gehen diesmal an drei AktivistInnen namens Natalie Grams als Erstgereihte und ex aequo auf Platz zwei an Florian Aigner und Christian Kreil für subjektive, faktenwidrige, unbelegte und unhaltbare Aussagen in medialen Beiträgen, öffentlichen Auftritten und Publikationen.

Die Ausgezeichneten lagen bei der Beurteilung länger mit großem Abstand zu anderen gleichauf, schließlich setzte sich Frau Grams als Erste durch.

Unwissenschaftliche Dogmatik

Die Begründung der Mediziner lautet, dass die genannten Personen für ihre Agitation willkürlich eine – in der Praxis funktionierende und mit zwei Drittel der Bevölkerung breit genutzte – Heilmethode herausgreifen und mit ungezügelter emotionaler Abneigung verfolgen. Mit ihren Aussagen, dass die Wirkungslosigkeit der Homöopathie bewiesen wäre, verletzten sie die wissenschaftliche Logik. Sie täuschen Wissenschaftlichkeit vor, tatsächlich ignorieren sie aber bewusst vorliegende Evidenz. Trotz neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Wirkungsmechanismus und aktueller, positiver Studienlage zur Wirksamkeit der Homöopathie, werden Homöopathieanwendern unverhohlen Verschwörungstheorien unterstellt.

Statt eines wissenschaftlichen Diskurses zeigt sich in einer selbstgewählten Ignoranz sämtlicher klinischer Studien und Übersichtsarbeiten renommierter Wissenschaftler lediglich eine wissenschaftsfeindliche dogmatische Haltung. Und obwohl die pseudoskeptischen Aussagen vielfach widerlegt sind, werden diese dennoch ständig wiederholt. Die spekulative Vorgangsweise und haltlosen Argumentationen unter Wahrheitsanmaßung haben nichts mit seriösem Skeptizismus zu tun.

Angebrachte Kritik, wie zuletzt in Medien, verhallt und man nimmt in Täter-Opfer-Umkehr die Rolle schuldlos Angegriffener ein.

Bedenklich ist weiters, dass die Personen oft nicht über die fachliche Qualifikation und ausreichende praktische ärztlich-homöopathische Erfahrung verfügen, um über medizinische und gesundheitliche Angelegenheiten Aussagen zu treffen und Rat zu geben.

Vermarktung auf dem Rücken der Allgemeinheit

Das Motiv ist ersichtlich, sich selbst mit einem alten, vermeintlichen Aufregerthema in Szene zu setzen und zu vermarkten. Es wird jedoch auf verantwortungslose Weise den PatientInnen, den ÄrztInnen und dem Gesundheitssystem Schaden zugefügt.

Im Gegensatz dazu sollten die Pluralität in der Medizin mit einem integrativen Ansatz und die Wahlfreiheit für die Menschen geschützt und ausgebaut werden. Ärztliche Homöopathie folgt immer dem komplementären Prinzip und arbeitet mit konventionellen Methoden zusammen, zumal sie in Österreich ausgebildeten ÄrztInnen mit Zusatzausbildung vorbehalten ist und die Arzneimittel nach den strengen Arzneimittelvorschriften zugelassen sind.

Im Namen der Österreichischen Homöopathie Gesellschaften, 01.02.2021

ONLINE: MEDIZIN – Mehr als Naturwissenschaft?

08.02.2021, 19:30-21:00 Uhr

Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte für die Menschheit gebracht. Doch gibt es Situationen, in denen sich Patient*innen „mehr“ wünschen. So zeigt eine Untersuchung aus der Schweiz, dass Patient*innen mehr Menschlichkeit und Komplementärmedizin wünschen. Medizin ist „Humanwissenschaft“, in der es um viel mehr als um einzelne Körperteile und deren Reparatur geht.

BERNHARD ZAUNER
Arzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Homöopathie

BARBARA INFANGER
Gastgeberin

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen findet diese Veranstaltung nur online als Live-Videostream statt.